Die Finals 2026: Hamburger Erfolge bei der Schwimm-Premiere in Hannover

Veröffentlicht am 28. Juli 2026 um 07:58

Vom 23. bis 26. Juli 2026 war Hannover Gastgeber der Finals 2026, des größten nationalen Sportereignisses des Jahres mit rund 4.000 Aktiven und fast einer halben Million Besuchern vor Ort. In der sechsten Auflage wurden an vier Tagen 143 Deutsche Meistertitel in 24 Sportarten vergeben, von Geräteturnen über Kanu, Rudern und Beachvolleyball bis Klettern und Schwimmen. ARD und ZDF übertrugen die Wettkämpfe live. Für den Schwimmsport hatte das Event einen besonderen Reiz, denn der Deutsche Schwimm-Verband richtete im Stadionbad Hannover erstmals ein eigens geschaffenes Format aus: die Deutschen Sprint- und Lagenmeisterschaften, bei denen laut DSV 125 Aktive in 18 neuen Wettbewerben um Gold kämpften.

Das Programm umfasste die Strecken von 50 bis 200 Meter in allen vier Schwimmarten sowie 400 und 800 Meter Freistil. Wer über 100 und 200 Meter derselben Schwimmart in Addition der World-Aquatics-Punkte vorne lag, wurde Deutsche Disziplinmeisterin oder Deutscher Disziplinmeister, etwa im Brust- oder Schmetterlingsschwimmen. Aus 400 und 800 Meter Freistil ergab sich der Titel "Deutsche Mittel- und Langstreckenmeister Freistil". Über 50 Meter wurde in Elimination Races gestartet. In drei kurz aufeinanderfolgenden Läufen schieden die Langsamsten aus, ehe die letzten drei den Sprintmeistertitel untereinander ausmachten. Qualifiziert hatte man sich über die DSV-Bestenliste (50-Meter-Bahn) im Zeitraum vom 11. Juli 2025 bis 26. April 2026.

Für den ersten Paukenschlag aus Hamburger Sicht sorgte Björn Kammann (AMTV-WTB Hamburg). Der eigentliche Schmetterlingsspezialist und amtierender Deutscher Meister über 200 Meter Schmetterling, gewann am Donnerstag das Elimination Race über 50 Meter Rücken und damit die erste Goldmedaille dieser Titelkämpfe überhaupt. Im entscheidenden dritten Lauf setzte er sich gegen den deutschen Rekordhalter Ole Braunschweig (SG Neukölln Berlin) und Maurice Grabowski (SC Wiesbaden) durch. "Es tut am Ende auch deutlich mehr weh als in einem 200-Meter-Rennen, weil das Laktat zwischendrin durch die Pausen noch einmal deutlich höher springt als gewohnt", sagte Björn Kammann zum ungewohnten Format. In seiner Paradelage bestätigte er am Freitag seine Klasse. Über 200 Meter Schmetterling schwamm er mit 2:03,07 Minuten die schnellste Zeit. Den Disziplinmeister-Titel im Schmetterling (Kombination aus 100 und 200 Meter) sicherte sich allerdings Tobias Scholz (Potsdamer SV) mit 55,57 Sekunden über 100 und 2:04,34 Minuten über 200 Meter, da Björn Kammann die 100 Meter direkt nach seinem kräftezehrenden Rücken-Sprint hatte absolvieren müssen. 

Der zweite Hamburger Starter, Fabian Wohlers, kam von der Startgemeinschaft Schwimmen (SGS) Hamburg. In Hannover ging er über 50 Meter Brust an den Start. Er zog nach guten Vorlaufergebnissen in das Elimination-Finale der besten acht ein, wo er dann im ersten Lauf in 30,07 Sekunden als Siebter ausschied.

Die Titel bei den neuen Formaten gingen überwiegend an das deutsche EM-Team. Lise Seidel (SC Chemnitz) gewann parallel zu Björn Kammann das erste Gold über 50 Meter Rücken, Weltmeisterin Anna Elendt und Europameister Melvin Imoudu triumphierten im Brustschwimmen, Olympiasieger Lukas Märtens wurde Lagenmeister Freistil. Am Samstag sicherte sich Angelina Köhler den Sprint-Titel über 50 Meter Schmetterling, ehe zum Abschluss Sven Schwarz und Isabel Gose die Mittel- und Langstreckentitel sowie Josha Salchow und Julianna Dora Bocska die 50-Meter-Freistil-Sprints gewannen.

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